Botschaft März 2026

Der Zehnte Teil

von Brd. Roberto Schmidt

Es war nicht viel. Verglichen mit dem Vermögen, das andere in den Opferkasten warfen, waren die zwei kleinen Münzen der Witwe nur ein kleiner Beitrag. Aber ihr Opfer war von großem inneren Wert. Der Erretter hat erklärt: „Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern.“ (⁠Markus 12:43⁠.) Warum war das Opfer der Witwe von so großem Wert? Weil „sie … alles hergegeben [hat], was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt“ (⁠Markus 12:44⁠).

Heutzutage geben wir nicht buchstäblich alles, was wir haben, wenn wir den Zehnten zahlen, um beim Aufbau des Reiches Gottes mitzuhelfen. Er verlangt nur zehn Prozent unseres Einkommens. Aus dem Opfer der Witwe können wir jedoch viel lernen. Ganz gleich, wie hoch unsere zehn Prozent sind: Wir können den Zehnten zu einer Frage des Glaubens machen und das, was wir haben, dem Herrn weihen, selbst wenn uns dieses Opfer nicht leichtfällt.

Was ist aber der Zehnte?

Der Zehnte besteht darin, dass wir dem Herrn über die Kirche ein Zehntel unseres Einkommens weihen. Diese „Opfergabe“ an Gott ist eine Möglichkeit, wie wir „den Herrn an die erste Stelle … setzen, vor unsere Sorgen und Interessen“⁠.

Die Zehntengelder werden für viele Zwecke eingesetzt, unter anderem für den Bau und die Instandhaltung von Tempeln und Gemeindehäusern, zur Unterstützung der Missionsarbeit und zur Förderung von Bildungseinrichtungen der Kirche.

Das Gesetz des Zehnten wurde in alter Zeit von Gottes Volk befolgt und durch den Propheten Joseph Smith wiederhergestellt. Dieses Gesetz schreibt vor, dass die Heiligen dem Herrn ein Zehntel ihres jährlichen Ertrags geben, um das Reich Gottes auf Erden aufzubauen und dazu beizutragen, dass seine Kinder mit allem versorgt werden, was sie brauchen.

Der Zehnte ist zwar ein zeitliches Gesetz, aber auch ein geistiges Gesetz. Einen Teil unseres Einkommens dem Herrn zu weihen, ist eine Möglichkeit, ihn zu setzen.

Welche Segnungen entstehen durch den Zehnten?

Wir empfangen viele Segnungen vom Herrn, wenn wir nach dem Gesetz des Zehnten leben. Elder Neil L. Andersen hat gesagt: „Die Schleusen des Himmels öffnen sich auf vielerlei Weise. Einige Segnungen sind weltlicher Art, aber viele sind geistiger Art. Einige sind eher verborgen und werden schnell übersehen. Vertrauen Sie auf den Zeitplan des Herrn. Die Segnungen kommen immer.“ Wenn wir aufmerksam sind und offensichtliche und unerwartete Segnungen erkennen, die sich aus dem Zahlen des Zehnten ergeben, können wir im Herzen Dankbarkeit und Liebe verspüren und Jesus Christus näherkommen.

 Die Verwaltung des Zehnten.

Der Zehnte dient dazu, Gottes Kinder zeitlich und geistig zu segnen, wenn die Fülle des Evangeliums Jesu Christi in aller Welt verbreitet wird. Dies wird dadurch möglich, dass die Mitglieder den Zehnten an die Kirche entrichten. Ein Rat, der sich aus der Ersten Präsidentschaft, dem Kollegium der Zwölf Apostel und der Präsidierenden Bischofschaft zusammensetzt, legt fest, wie diese heiligen Gelder am besten verwendet werden.

Elder Neil L. Andersen hat gesagt: „Diese heiligen Gelder gehören nicht den Führern der Kirche. Sie gehören dem Herrn. Seine Diener sind sich sehr wohl bewusst, wie heilig ihre Treuhandschaft ist.“

Bischof Gérald Caussé hat erklärt: „Auf das Evangelium bezogen, bezeichnet der Begriff Treuhandschaft eine heilige geistige oder zeitliche Verantwortung, uns um etwas zu kümmern, was Gott gehört und wofür wir rechenschaftspflichtig sind.“

 Zum Nachdenken.

Sprechen Sie miteinander oder denken Sie für sich über die Segnungen, die wir durch den Zehnten erlangen können, nach. Inwiefern können uns diese Segnungen helfen, einen ewigen Blickwinkel einzunehmen, und uns Gott näher bringen? Inwiefern können sie unsere Entschlossenheit vertiefen, den vollen und ehrlichen Zehnten zu zahlen und „alles zugeben, was wir besitzen“ ?

Im Namen Jesu Christi, Amen

Brd. Roberto Schmidt

Pfahl – Finanzsekretär Pfahl Dresden

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner