Im Herbst ist die Zeit um Erntedank zu feiern – ein Fest, das uns daran erinnert, wie wertvoll es ist, dankbar zu sein.
Vieles ist für uns selbstverständlich. Wir gehen in den Supermarkt und kaufen dort Obst und Gemüse. Manch einer erntet die Früchte auch im eigenen Garten, welche im Frühjahr ausgesäht oder gepflanzt wurden und man sich den ganzen Sommer mal mehr, mal weniger darum gekümmert hat. Zwischendurch hat man am Wetter etwas auszusetzen, mal zu warm, mal zu nass und trotzdem wächst und gedeiht unser Obst und Gemüse. Jetzt im Herbst ist die Zeit der Belohnung für die eigene Arbeit. Dabei freuen wir uns, dass letztendlich doch alles gut war und wir mit unserem Ernteergebnis doch zufrieden sind.

Aber es geht nicht nur um prall gefüllte Körbe und goldene Felder, sondern um das Bewusstsein, dass nichts selbstverständlich ist.
Früher war die Erntezeit ein entscheidender Moment im Jahr: Sie entschied darüber, ob man genug zu essen hatte, ob der Winter zu überstehen war. Auch wenn viele von uns heute nicht mehr selbst ernten, hängt unser Leben nach wie vor davon ab, dass andere es für uns tun – oft unter schweren Bedingungen.
Darum ist Erntedank mehr als nur ein Blick auf die Natur. Es ist ein Moment des Innehaltens.
Ein Dank an die Erde, die uns nährt.
Ein Dank an die Menschen, die säen, pflegen und ernten.
Ein Dank an all jene, die mit ihrer Arbeit dafür sorgen, dass wir täglich Brot auf dem Tisch haben.
Ja, ein Dank an unserem Schöpfer der auch hier wieder mal seine Hand mit im Spiel hatte. Letztendlich hat er das Wetter doch so gelenkt, dass wir wieder für die nächsten Monate genügend zu essen haben.
Gleichzeitig ist Erntedank auch eine Erinnerung: Dass wir achtsam mit unseren Ressourcen umgehen. Dass wir teilen, wenn wir im Überfluss leben. Und dass wir Verantwortung tragen – für die Natur, für Mitmenschen, und für kommende Generationen.
Leider haben nicht alle Menschen auf dieser Erde tagtäglich die Gelegenheit einfach in den Supermarkt oder zum Bäcker zu gehen um dort das zu kaufen was man benötigt.
Denken wir in dieser Zeit doch mal mehr an all diese Menschen denen das nicht vergönnt ist. Denken wir an die, welche durch Naturkatastrophen oder Kriege Hunger leiden müssen. Denken wir an die, die in Regionen leben, wo die Versorgung nicht gewährleistet ist oder an die, die in Regionen der Erde leben wo wenig oder manchmal auch überhaupt nichts wächst, oder wo andere wirtschaftliche Interessen oder Profit landwirtschaftliche Tätigkeiten zu Nichte machen.
Lasst uns also nicht nur dankbar sein, sondern auch bewusst und solidarisch.
Denn Dankbarkeit ist kein Gefühl, das man nur einmal im Jahr haben sollte – sondern eine Haltung, die unser tägliches Leben prägen kann.
Wir alle haben die wunderbare Gelegenheit mit Hilfe des Fastopfers bedürftigen Menschen helfen zu können. Durch Erzählungen unseres Sohnes die er während seiner Missionszeit erlebt hat, weiß ich, dass Menschen denen mit des Fastopfers geholfen wurde, dankbar dafür sind. Dankbar auch für das was wir tun.
Bereits in der Bibel wird darauf hingewiesen, dass wir anderen helfen sollen.
„Der Herr hat das Gesetz des Fastens und das Fastopfer eingeführt, um sein Volk zu segnen und ihm eine Möglichkeit zu bereiten, den Bedürftigen zu dienen“. (siehe Jesaja 58 und Maleachi 3)
Lenken wir in dieser Zeit jedoch unsere Gedanken nicht auf die erhofften Segnungen, sondern an die Möglichkeit anderen helfen zu können. Sagen wir Dank für alles was wir ernten konnten oder für das was wir haben können.
Im Namen Jesu Christi
Amen
Brd. Jens Schlegel
Hoher Rat im Pfahl
















