Botschaft Juni 2023

Die Familie – unser kostbarstes Gut

von Hoher Rat Jens Schlegel

Von Anfang der Welt bis heute hat sich das Bild der Familie immer wieder verändert. In den vergangenen Jahrhunderten war die Familie oft mehr als nur Vater, Mutter, Kind. Es gab Zeiten da zählte man auch eine Sippe, einen Stamm, eine Dynastie dazu.

In manchen Ländern oder Regionen wurden Kinder verkauft oder Ehefrauen erkauft. Auch konnten Eheschließungen nur in bestimmten sozialen Schichten geschlossen werden. Die Vielehe
(Polygamie) war in vorchristlichen Sippenstrukturen üblich, um Nachkommen und damit die Existenz der Sippe zu gewährleisten.

In der heutigen Zeit hören wir immer mehr von Familienformen wie die Patchworkfamilie, alleinerziehende Elternteile oder auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Familie ist heute mehr als zu jeder anderen Zeit eine emotionale Einheit, gegründet auf freiwillige Partnerschaft.

In einer Welt die immer mehr aus den Fugen gerät, hat die Familie gerade in unserer Kirche einen sehr großen Stellenwert. Viele Menschen betrachten die Ehe lediglich als einen Brauch unserer Gesellschaft, als eine rechtliche Vereinbarung zwischen Mann und Frau, dass sie gemeinsam leben möchten.

Für Heilige der Letzten Tage bedeutet die Ehe jedoch wesentlich mehr. Wir lesen in „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“:

„Ein glückliches Familienleben kann am ehesten erreicht werden, wenn die Lehren des Herrn Jesus Christus seine Grundlage sind. Erfolgreiche Ehen und Familien gründen und sichern ihren Bestand auf den Prinzipien Glaube, Gebet, Umkehr, Vergebungsbereitschaft, gegenseitige Achtung, Liebe, Mitgefühl, Arbeit und sinnvolle Freizeitgestaltung.“

Wenn wir versuchen diese Ziele zu erreichen, tragen wir dazu bei, dass in unseren Familien das Glück herrscht, welches der himmlische Vater uns geben möchte. Jeder kann sicher von Erlebnissen erzählen die sie in ihrer Familie glücklich gemacht haben.

Und sicher hat auch jeder Erfahrungen gesammelt, indem man gemeinsam als Familie die Lehren unseres Erlösers befolgt hat. Jeder nimmt in seiner Familie einen wichtigen Platz ein. Der Herr hat uns erklärt, wie Eltern und Kinder sich verhalten und wie sie füreinander da sein sollen. Sei es als Ehemann, als Ehefrau oder als Kind:

Wir müssen wissen, was der Herr von uns erwartet, damit die Familie ihren Zweck erfüllen kann. Wenn jeder seinen Teil beiträgt, werden wir für immer vereint sein.

Eine Familie zu stärken ist die Aufgabe aller Familienmitglieder. Jeder kann, soll und muss dazu beitragen. Um eine starke und glückliche Familie zu haben wurden wir aufgefordert uns geistig vorzubereiten.

➢ 2. Nephi 25:26 – „Wir reden mit unseren Kindern über Christus“
➢ Nephi 16:14-32 – „Nephie stärkt seine Familie“
➢ Nephi 8:12 – „Lehi wünscht, dass seine Familie von der Frucht des Baumes des Lebens isst“
➢ M. Russel Ballard fordert uns auf das „Vater und Sohn eine besondere Beziehung“ haben sollen.
➢ 2. Mose 20:12 – „Du sollst Vater und Mutter ehren“

Als Eltern haben wir eine ganz besondere Verantwortung für unsere Familie.

  1. Wir müssen auf die Weise des Erretters lehren Das heißt, dass wir unserer Ehefrau, Ehemann und Kindern Liebe entgegenbringen, für sie beten und Gutes tun. Wir kennen unsere gegenseitigen Interessen und Hoffnungen und wissen Bescheid über des anderen Wünsche und Ziele.
  2. Gleichwertige Partner sein Ehepartner müssen zusammenarbeiten, um für die geistigen, seelischen, intellektuellen und körperlichen Bedürfnisse der Kinder zu sorgen. Die Eltern sollen ihre Kinder auch lehren, zu beten und die Gebote des Herrn zu befolgen (siehe LuB 68:25,28).
  3. Ein gutes Beispiel sein Mann und Frau sollen in Wort und Tat im Umgang miteinander und mit ihren Kindern zeigen, dass sie einander lieben und achten.
  4. Gemeinsam lernen Legen sie Wert auf ein gemeinsames Schriftstudium und halten sie den wöchentlichen Familienabend ab. Beziehen Sie ihre Kinder mit Ideen und in der Durchführung mit ein.
  5. Akzeptanz entgegenbringen Falsche Entscheidungen gehören zum Leben. Geben Sie nie auf, wenn falsche Entscheidungen getroffen wurden.
  6. Eine Atmosphäre der Achtung und Rücksichtnahme schaffen.

Eine liebevolle und glückliche Familie entsteht nicht durch Zufall. Jeder in der Familie muss dazu beitragen. Der Herr hat sowohl den Eltern als auch den Kindern Aufgaben zugeteilt. In den heiligen Schriften lesen wir, dass wir freundlich und rücksichtsvoll miteinander umgehen sollen.

Wenn eine Familie miteinander spricht, betet, singt oder arbeitet, kann sie ein harmonisches Zusammenleben genießen (siehe Kolosser 3).

Das Hauptziel unserer Familie soll heißen: „EWIGE EHE = EWIGE FAMILIE“

Die Ehe ist von Gott verordnet und ist ein wesentlicher Bestandteil von Gottes Plan. Der Herr hat gesagt:

„Wer verbietet zu heiraten, ist nicht von Gott verordnet, denn die Ehe ist dem Menschen von Gott verordnet.“ (LuB 49:15.)

Seit Anbeginn war die Ehe ein Gesetz des Evangeliums. Die Ehe ist dafür vorgesehen, für immer fortzubestehen und nicht nur für das irdische Leben.

Die Ehe ist die heiligste Verbindung, die es zwischen Mann und Frau geben kann. Unser Glück in diesem Leben und in aller Ewigkeit hängt von dieser heiligen Verbindung ab.

Ich persönlich bin sehr dankbar, dass ich den Ehebund mit meiner lieben Frau nicht nur auf dem Standesamt („bis das der Tod uns scheidet“) geschlossen habe, sondern dass wir die Möglichkeit hatten in einem Tempel unserer Kirche, dem Haus des Herrn, unser Ehebündnis („Für Zeit und alle Ewigkeit“) besiegeln konnte.

Unser himmlischer Vater hat verheißen:

„Wenn ein Mann eine Frau heiratet, durch … den neuen und immerwährenden Bund, … durch den, der gesalbt ist …, und wenn sie [im] Bund [des Herrn] verbleiben …, dann … wird [er] in voller Kraft sein, wenn sie außerhalb der Welt sind.“ (LuB 132:19.)

Eine Eheschließung im Tempel ist jedes Opfer wert. Man erlangt dadurch unermessliche ewige Segnungen. Das schöne an unserem Evangelium ist, dass jeder Mensch das Recht und die Möglichkeit hat diese ewigen Segnungen zu erlangen.

Die Voraussetzungen dazu sind lediglich „Glaube“, „Umkehr“, „Taufe“ und die „Spendung des Heiligen Geistes“, also nichts was man nicht erreichen kann.

Mein tiefes Zeugnis ist, dass ich mit meiner lieben Frau als ewige Familie nach diesem Erdenleben, in der Gegenwart unseres himmlischen Vaters weiterleben darf.

Im Namen Jesus Christus Amen
Hoher Rat Jens Schlegel

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