Botschaft April 2024

Verbindung

von 1. Ratgeberin Pfahl-JD-Präsidentschaft Diana Voigt

Meine lieben Geschwister,

Die größte Illusion der Menschheit ist der Glaube an Trennung. Das uns von anderen und von uns selbst trennende, verurteilende Denken ist die Grundlage für Wut, Streit und Krieg in der Welt, für Ausgrenzung und Vernichtung. Wenn du dir eine andere Welt wünschst, dann öffnedich für den Gedanken, dass es keinerlei Trennung gibt, sondern in Wirklichkeit nur All-Eins-sein und All-Verbindung. (Robert Betz)

Die ganze Welt ist voll von Beispielen von Verbindungen

Freundschaften, Internetverbindungen, Bahnverbindungen, Stromverbindungen, Legierungen, Chemische Verbindungen, materielle Verbindungen, ein Ungeborenes, dass über die Nabelschnur mit der Mutter verbunden ist, Sprachverbindung, emotionale Verbindung, die Ehe, die Familie, die Tapete verbunden mit der Wand, Telefonverbindung, Glasfaserverbindungen, Mauer verbunden mit dem Fundament, ein Baum – über die Wurzeln verbunden mit der Erde, Verbindung unterschiedlicher meist organischer Stoffe, wie z. B. Kompost, ein Kuchen oder Brot, etc.

Ein zwischenmenschliches Beispiel von Stephen E. Robinson zeigt sehr schön Trennung und
Verbundenheit:

Ich habe 5 wunderbare Töchter, aber nur einen Sohn. Und ich bin ziemlich streng zu meinem Sohn Michael, weil ich ihn liebe und ich möchte, dass er besser aufwächst, als es sein Vater getan hat. Eines Tages als mein Sohn so um die 5 – 6 Jahre alt war, tat er etwas, in meinen Augen, besonders Abscheuliches. So klatschte ich ihm Eine, schrie ihn an und schickte ihn auf sein Zimmer mit der Anweisung: „Und dass du mir ja nicht aus dem Zimmer kommst, bis ich komme und dich hole.“

Dann vergaß ich alles über ihn. Stunden vergingen. Ich erinnere mich, dass ich die Autos wusch, den Rasen mähte und ich dann ungefähr die Hälfte eines Football Spiels im Fernsehen angesehen hatte, als ich hörte, wie Michaels Zimmertür sich öffnete. „Oh Nein“ sagte ich mir selbstvorwerfend, als ich wieder an Michael dachte. Ich sprang auf und rannte in den Flur.

Dort am anderen Ende des Flurs, war mein kleiner Sohn. Seine Augen waren geschwollen, sein Gesicht war ganz rot und Tränen rannten ihm über die Wangen. Er war ein bisschen nervös und zurückhaltend, denn ihm wurde ja gesagt, in seinem Zimmer zu bleiben, bis ich ihn hole. Aber er blickte zu mir vom Ende des Flurs und sagte: „Papa, gibt es nicht irgendeinen Weg, wie wir wieder Freunde sein können?“

Er brach mir mein Herz. Ich rannte zu ihm und umarmte ihn und versicherte ihm, dass kein kleiner Junge jemals mehr von einem Vater geliebt wurde, als er von mir geliebt wurde. (Stephen E Robinson, Believing Christ, – frei übersetzt)

Geistig gesehen, sind wir alle im selben Boot wie Michael. Wir wissen alle, wie es sich anfühlt in „unsere Zimmer gesteckt“ zu werden, getrennt von unserem Himmlischen Vater – allein. Wir sind alle gefallen, haben alle Fehler, Schwächen und Dinge getan, für die wir uns schämen. Römer 3:23 „Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.“

Egal wie klein der Fehler sein mag oder auf welchem Niveau wir sündigen und wieviel Gutes wir dagegensetzen. Viele glauben sogar, dass beim großen Gericht, ihre guten Taten die Schlechten aufwiegen könnten. Aber „Nein – Wir sind raus“, so hart die Wahrheit klingen mag – aus eigener Kraft und mit bestem Willen werden wir es nicht schaffen wieder bei Gott zu sein, denn nichts Unreines kann in der Gegenwart Gottes wohnen.

LuB 1:31 „denn ich, der Herr, kann nicht mit dem geringsten Maß von Billigung auf Sünde blicken;“

Gibt es da einen Ausweg oder Hoffnung? Können wir je wieder mit Gott verbunden sein, bei ihm wohnen?

Jaaaaaaa! Die Lösung heißt das Sühnopfer Jesu Christi.

Frei übersetzt nach Stephen E. Robinson: Atonement – also das Sühnopfer bedeutet – zwei Dinge, die getrennt wurden, entfremdet, unvereinbar, wie ein vollkommener Gott und ein unvollkommenes ich oder du, diese dann zusammenzufügen und sie wieder eins zu machen.

Durch das Sühnopfer Jesu Christi, durch die Versöhnung, gibt es einen Weg, obwohl wir von Gott getrennt sind, dass wir wieder mit ihm vereint sein können. Jesus Christus sagt durch sein Sühnopfer, dass er unsere Sünden auslöschen kann, er uns reinigen und heiligen kann, würdig, unschuldig, er kann es heute machen, er kann es jetzt machen.

Glaubt Ihr ihm, wenn er euch sagt, dass er die Macht hat euch rein und heilig zu machen? Jesus hat gesagt:

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11:28,29)

Dass das Joch nicht drückt und die Last leicht ist, setzt voraus, dass wir uns mit dem Erretter unter ein Joch begeben, dass wir unsere Lasten mit ihm teilen, dass wir ihn unsere Last tragen lassen. Es bedeutet, mit Gott eine Bündnisbeziehung einzugehen und dieses Bündnis zu halten, wodurch, wie Präsident Nelson erklärt hat, „alles, was das Leben anbelangt, leichter wird“.

Er hat gesagt: „Sich unter das Joch des Erretters zu begeben bedeutet …, dass Sie Zugang zu seiner Stärke und erlösenden Macht erhalten.“ („Jesus Christus ist Hilfe und Befreiung“, Camille N. Johnson – Frühjahrs-Generalkonferenz 2023)

Hier erkennen wir schon die Segnungen, die damit einhergehen, wenn wir eine Bündnisbeziehung mit unserem Himmlischen Vater eingehen.

Warum bestehen wir also darauf, unsere Steine allein zu tragen? Das ist eine persönliche Frage, die sich jeder stellen sollte.

Was mich betrifft, so ist es das uralte Laster des Stolzes. „Ich schaffe das schon“, sage ich. „Keine Sorge, ich kriege das schon hin.“ Der Meistertäuscher ist es, der möchte, dass ich mich vor Gott verstecke, dass ich mich von ihm abwende, dass ich allein weitermache.

Brüder und Schwestern: Ich kann nicht allein weitermachen, ich muss es nicht und ich werde es auch nicht. Wenn ich mich durch die Bündnisse, die ich mit Gott geschlossen habe, bewusst an meinen Erretter Jesus Christus binde, „vermag ich [alles] durch den, der mich stärkt“ (Jesus Christus ist Hilfe und Befreiung“, Camille N. Johnson – Frühjahrs- Generalkonferenz 2023)

Wie hoffnungsvoll und motivierend es doch ist – was für eine frohe Nachricht!

Ergreifen wir doch die Hand Jesu, so wie Petrus, als er auf dem Wasser ging und als der Sturm tobte und er unterzugehen drohte. Suchen wir die Verbindung, schließen Bündnisse und halten sie. Helfen wir mit, dass andere auch ihre Bündnisse mit Gott schließen und Israel zu sammeln – womit es immer stärker wird.

„Wenn Sie zu Christus kommen und durch ein Bündnis mit ihm und unserem Vater im Himmel verbunden sind, geschieht etwas scheinbar Unnatürliches. Sie erfahren eine Wandlung und werden in Jesus Christus vollkommen. Sie werden ein Bundeskind Gottes und Erbe in seinem Reich. Ich kann mir vorstellen, dass er zu Ihnen sagt: „Du bist mein liebes Kind, an dem ich Freude habe. Willkommen daheim!“ („Zugang zur Macht Gottes durch Bündnisse“, Elder Dale G. Renlund – Frühjahrs-Generalkonferenz 2023)

In Liebe und Verbundenheit und im Namen Jesu Christi. Amen.

Diana Voigt
1.Ratgeberin Pfahl-JD-Präsidentschaft

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