Botschaft September 2023

Weide meine Schafe

von Hoher Rat René Fröbel
Weide meine Schafe

Dies ist der Aufruf Christi an jeden Christen auch heute:

„Weide meine Lämmer. … Weide meine Schafe!“

Was bedeutet es, ein Christ zu sein?

Ein Christ glaubt an den Herrn Jesus Christus und daran, dass dieser buchstäblich der Sohn Gottes ist. Das dieser von seinem Vater gesandt wurde, um durch das Sühnopfer, für unsere Sünden zu leiden.

Ein Christ glaubt, dass man dank der Gnade Gottes und seines Sohnes Jesus Christus umkehren, anderen vergeben, die Gebote halten und ewiges Leben ererben kann.

Das Wort Christ verdeutlicht, dass wir den Namen Christi auf uns nehmen. Dies geschieht, indem wir uns taufen lassen und die Gabe des Heiligen Geistes durch das Händeauflegen derer empfangen, die Gottes Priestertumsvollmacht innehaben.

Ein Christ weiß, dass die Propheten Gottes durch alle Zeitalter hindurch Jesus Christus bezeugt haben.

Genau dieser Jesus Christus erschien dann, an der Seite des himmlischen Vaters, im Frühjahr 1820 dem Propheten Joseph Smith und stellte das Evangelium und die Organisation seiner ursprünglichen Kirche wieder her.

Durch die heiligen Schriften und das Zeugnis von Joseph Smith wissen wir, dass Gott, unser Vater im Himmel, einen verherrlichten und vollkommenen Körper aus Fleisch und Gebein hat. Jesus Christus sein einziggezeugter Sohn im Fleisch ist.

Der Heilige Geist ist eine Gestalt aus Geist und seine Aufgabe besteht darin, vom Vater und vom Sohn Zeugnis abzulegen. Die Gottheit besteht also aus drei getrennten und eigenständigen Wesen, die eins sind in ihrer Absicht.

Mit diesen Lehren als Grundlage unseres Glaubens, kann es da den geringsten Zweifel oder Streit darüber geben, dass wir, die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Christen sind?

Doch für jeden Christen bleibt aber eine einfache Frage:

Was für ein Christ bin ich?

Mit anderen Worten: Wo stehen wir in unserem Bemühen, Christus nachzufolgen?

In Matthäus lesen wir:

„Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.“

Als Christen von heute können auch wir unmittelbar, sofort und bestimmt handeln, so wie es Petrus und Andreas getan haben:

„Sie ließen ihre Netze liegen und folgten ihm.“

Auch wir sind dazu berufen, unsere Netze liegen zu lassen und weltliche Gewohnheiten, Bräuche und Traditionen abzulegen. Auch wir sind aufgerufen, von unseren Sünden abzulassen. Folgen wir diesem Ruf und gehen nicht unsere eigenen Wege.

Es ist kein Zufall, dass Gott uns mit Schafen vergleicht. Unser Verhalten und unsere Gewohnheiten ähneln denen der Schafe so sehr, dass es fast schon beschämend ist. Viele Menschen sind halsstarrig und eigensinnig, sie wollen immer ihren eigenen Kopf durchsetzen.

In Jesaja steht geschrieben:

„Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich auf seinen Weg“

Dies bedeutet nichts Anderes als; ich tue, was ich will. Ich habe die Freiheit, meine Wünsche durchzusetzen und meinem eigenen Kopf zu folgen. Es ist wirklich Grauend erregend zu beobachten, wohin Eigenwillen führen kann. Hand in Hand gehen Stolz und Selbstbehauptung damit einher. Krampfhaft wird an üblen Gewohnheiten festgehalten.

Sture und selbstzufriedene Menschen folgen beharrlich den alten Pfaden. Die Welt in der wir leben, ist voll mit solchen Menschen, denn zerrüttete Familien, gebrochene Herzen und Neurosen sind die Folge dessen, dass Menschen ihren eigenen Weg gegangen sind.

Wir leben leider in einer kranken Gesellschaft, die in einer vom Bösen beherrschten Welt ums Überleben kämpft. Habgier und Egoismus der Menschen hinterlassen ein Erbe von Trümmern und Herzeleid.

Doch Mitten in dieses Chaos hinein ruft uns Jesus Christus zu:

„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“

Wenn wir auf alles verzichten, was nicht göttlich ist, dann beginnen wir mit der Umkehr. Durch sie kommt ein mächtiger Herzenswandel zustande und wir können wie das Volk von König Benjamin sagen:

„dass wir keine Neigung mehr haben, Böses zu tun.“

Dieser Wandel, wird Bekehrung genannt & ist nur Dank des Erlösers möglich. In Ether steht geschrieben, was Jesus verheißen hat:

„Wenn Menschen zu mir kommen, so zeige ich ihnen ihre Schwäche. … Und meine Gnade ist ausreichend für alle Menschen, die sich vor mir demütigen; denn wenn sie sich vor mir demütigen und Glauben an mich haben, dann werde ich Schwaches für sie stark werden lassen.“

Wenn wir in Christus erneuert werden, dann ändert sich auch unser natürliches Wesen und wir wollen nicht mehr wie vorher sein.

Und dennoch werden treue Christen immer wieder Schwierigkeiten und Enttäuschungen durchmachen. Wenn diese läuternden Herausforderungen auftreten, sind wir vielleicht versucht, in alte Gewohnheiten zurückzufallen.

Nach der Kreuzigung des Heilands erschien dieser den Frauen und sagte, dass die Brüder ihn in Galiläa finden würden. Als Petrus, nach Galiläa zurückkehrte, wandte er sich auch wieder dem zu, was er kannte – dem, was er gewohnt war. „Ich gehe fischen“, sagte er und nahm einige Jünger mit.

Tatsächlich fischten Petrus und seine Freunde die ganze Nacht, aber sie fingen keinen einzigen Fisch. Am nächsten Morgen erschien Jesus am Ufer und rief ihnen übers Wasser zu:

„Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus.“

Die Jünger, folgten den Anweisungen des Herrn und erkannten schnell, dass ihre Netze auf wundersame Weise zum Bersten gefüllt waren. Johannes erkannte sofort die Stimme des Heilands, und Petrus sprang augenblicklich ins Wasser und schwamm ans Ufer.

Wenn wir als Christ, in alte, weniger gewissenhafte Gewohnheiten zurückgefallen sind, dann können wir uns an Petrus ein Beispiel nehmen. Zögern wir nicht. Erkennen wir die Stimme des Meisters, der uns ruft. Kehren wir dann sogleich zu ihm zurück und empfangen wir erneut seinen reichen Segen.

Als die Jünger ans Ufer zurückkamen, sahen sie, dass schon Fisch und Brot vorbereitet waren. „Kommt her und esst!“, sprach Jesus zu ihnen.

Als er sie speiste, fragte er Petrus dreimal:

„Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ Als Petrus dies bejahte, bat ihn Jesus eindringlich: „Weide meine Lämmer. … Weide meine Schafe!“

Das ist der Auftrag Christi an jeden Christen auch heute: „Weide meine Lämmer. … Weide meine Schafe“; mach das Evangelium bei Jung und Alt bekannt, richte sie auf, segne sie, tröste sie, ermutige sie, erbaue sie und ganz besonders diejenigen, die anders denken und glauben als wir dies tun.

Wir weiden seine Lämmer bei uns zu Hause durch die Art und Weise, wie wir das Evangelium leben, die Gebote halten, beten, die heiligen Schriften studieren und Andere so lieben, wie er es vorgemacht hat.

Manchen erscheint der Aufruf, Christ zu sein, schwierig, ja vielleicht sogar überwältigend, aber wir brauchen uns nicht fürchten oder unzulänglich fühlen. Der Heiland hat verheißen, dass er uns für sein Werk befähigen wird.

„Folgt mir nach!“, sagte er. „Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“

Wenn wir ihm folgen, beschenkt er uns mit Gaben, Talenten und der Kraft, seinen Willen zu tun, über uns hinauszuwachsen und mehr zu leisten, als wir es je für möglich halten.
Dazu gehört vielleicht auch, dem Nachbarn das Evangelium zu erklären, die geistig verirrten zu retten, eine Vollzeitmission zu erfüllen, im Tempel zu arbeiten, ein behindertes Kind zu erziehen, die Verlorengegangenen lieb zu haben, einem kranken Gefährten zur Seite zu stehen, Missverständ- nisse zu ertragen oder Bedrängnisse zu erleiden.

Dazu gehört auch, uns bereit zu machen, wenn sein Ruf erschallt, indem wir sagen:

„Ich gehe, wohin du mich heißt; ich rede, was du mich heißt reden; ich tue, was du mich heißt tun und wie du willst, so will ich sein.“

Wir folgen Jesus Christus nach, wenn wir so sind, wie der Vater im Himmel es möchte. Ich bezeuge, dass er uns beständig aufruft, ihm zu folgen. Ich weiß, dass wir durch seine unbegrenzte Liebe und Gnade zu immer besseren Christen werden können. Ich gebe mein Zeugnis, dass er uns heute zuruft: „Komm und folge mir nach!“

Kommen wir und folgen wir dem Pfad, der zu ewigem Glück, ewiger Freude und immerwährendem Leben im Reich unseres himmlischen Vaters führt.
Dies bezeuge ich im heiligen Namen Jesus Christus. Amen.

René Fröbel, Hoher Rat im Pfahl Dresden

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner